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„Die Schlacht von Paderborn“ und der Tod von US-Major General Maurice Rose bei Schloss Hamborn

Norbert Ellermann

Das Ziel der ab dem 7. bzw. 23./24. März 1945 über den Rhein vorrückenden Alliierten war es, in zwei Vorstoßrichtungen gleichsam einer Zange das Ruhrgebiet zu umgehen und einzuschließen. Der vordere Teil des südlichen Zangenarms bestand dabei aus der 3. US-Panzer-Division „Spearhead“ („Speerspitze“). Diese Truppe stieß von Remagen kommend in schneller Fahrt in Richtung Paderborn vor. Die Deutschen versuchten diesen Zangenarm südlich und südöstlich von Paderborn abzufangen. Dazu eingesetzt wurden vor allem die noch im März 1945 aufgestellte Panzerbrigade „Westfalen“ von der Waffen-SS (bestehend aus Ersatz- und Ausbildungstruppen aus Standorten rund um den Truppenübungsplatz Senne mit vielen jungen Soldaten) und die schwere Panzer-Abteilung 507 (vor allem mit so genannten „Königstigern“ ausgestattet) von der Wehrmacht.

Der Vormarsch der 3. US-Panzerdivision unter ihrem Kommandeur Major General Maurice Rose kam wenige Kilometer vor Paderborn in Wewer, Kirch- und Nordborchen in schweren Kämpfen zum Erliegen. Inmitten dieser Gefechte war Maurice Rose am Abend des 30. März auf einer Erkundungsfahrt zu seinen Truppen, als er auf der Dörenhagener Straße zwischen der Abfahrt nach Schloß Hamborn und Kirchborchen auf mehrere deutsche Kampfpanzer stieß. Er musste aus seinem Jeep aussteigen und sich einer Panzerbesatzung ergeben. Als Rose zu seiner Pistole griff, um sie entweder aus dem Holster zu nehmen oder aber mit dem Holster zu entfernen, wurde er von einem der deutschen Panzersoldaten erschossen. Der Deutsche missverstand die Handbewegungen des Amerikaners und tötete ihn aus einer Abwehrhaltung heraus. Der Ablauf dieses Vorgangs mit dem tragischen Ende wurde später von einer amerikanischen Untersuchungskommission so bestätigt.

Die bei diesen Kämpfen gefallenen US-Soldaten bekamen auf ausländischen Kriegsgräberstätten ihre letzte Ruhe oder wurden in die USA überführt. Das Grab von Major General Maurice Rose war zuerst in Ittenbach bei Königswinter am Rhein, bis er auf die Kriegsgräberstätte Margraten bei Maastricht in den Niederlanden umgebettet wurde. Er war der ranghöchste Offizier der US-Armee, der während des Zweiten Weltkrieges in Europa durch Feindeinwirkung ums Leben kam.

Die toten Deutschen wurden zuerst auf kleinen Dorffriedhöfen, auf Äckern und an Wegrändern bestattet und später auf die Kriegsgräberstätte Böddeken, wenige Kilometer von Wewelsburg entfernt, umgebettet.
Die Amerikaner bezeichnen diese Kämpfe Ende März 1945 als "The Battle of Paderborn", als „Die Schlacht von Paderborn“. Trotz des Todes von Maurice Rose wird in amerikanischen Militärberichten der 1. April 1945 als sehr erfolgreicher Tag gewertet, denn neben der Besetzung der durch alliierten Bombenangriffe fast vollständig zerstörten Stadt Paderborn gelang ihnen bei Lippstadt die endgültige Schließung des Ruhrkessels. Anschließend zogen sie über Schloß-Neuhaus und den Truppenübungsplatz Senne weiter in Richtung Weser.

Auch wenn für Paderborn am 1. April 1945 der Krieg zu Ende war, so endete der Krieg in Europa erst am
8. Mai 1945 mit der Gesamtkapitulation der Deutschen Wehrmacht.

Major General Maurice Rose, 1944
Major General Maurice Rose, 1944
Übergang 4

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