Trichterförmiger Hals, bikonischer Körper mit in der Aufsicht quadratischem Umriss, Ton mit schwarzer, polierter Oberfläche, Höhe: 15,0 cm
Kreismuseum Wewelsburg, Zugangsnummer 2026/4
Dieses vasenartige Gefäß stellt eine Besonderheit dar, denn ähnliche Gefäßformen verweisen in den ostdeutschen bis mittel- und südosteuropäischen Raum des späten Neolithikums bis in die Bronzezeit.
Eine abschließende Einordnung und Datierung sind noch nicht gelungen.
Das Gefäß kam im Frühjahr 2026 in die Sammlung des Kreismuseums. Laut den Angaben des Schenkers stammt es aus den Trümmern der Ende März 1945 durch die SS beim gescheiterten Versuch der Sprengung weitgehend ausgebrannten Wewelsburg. Seine Familie war im Sommer 1945 nach Wewelsburg gekommen.
In der Wewelsburg hatte der SS-Archäologe Wilhelm Jordan (1903–1983) seit 1935 eine Schausammlung aufgebaut, die eine Überlegenheit der von der NS-Ideologie als Vorfahren der Deutschen angesehenen „Germanen“ belegen sollte. In die Sammlung ging auch Raubkunst aus Osteuropa sowie aus unter Zwang verkauften Sammlungen jüdischer Sammler ein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stammt das vasenförmige Gefäß aus diesem Kontext; es dürfte unrechtmäßig in den Besitz der SS gelangt sein. Die Herkunft (Provenienz) des Stückes soll durch neue Forschungen geklärt werden. Wir sind für jeden Hinweis dankbar!
Die Vitrine zum "Objekt des Quartals" befindet sich im Turmzimmer des Historischen Museums des Hochstifts Paderborn.
Kreismuseum Wewelsburg
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