28.08.2026
Das Team des Kreismuseums entwickelte in nur 9 Monaten ein neues tabletgestütztes Vermittlungssystem für die Dauerausstellung im GeDenkOrt Wewelsburg.
Die 1941-1942 erbaute ehemalige Häftlingsküche des KZ Niederhagen wurde 1947 in drei Wohnungen für Geflüchtete und Vertriebene umgebaut. In dem Gebäude zeigen sich noch heute zahlreiche Spuren aus beiden Bauphasen.
Herzstück des neuen Angebots ist ein Rundgang, bei dem den Besuchenden an zehn Stationen eingeblendete Zeichnungen einen Eindruck vom ehemaligen Aussehen der Räume vermitteln. 360°-Fotos werden dabei durch Strichzeichnungen überblendet. Fünf Stationen im Erdgeschoss und vier im Keller machen die Baugeschichte erfahrbar. Dabei können Nutzerinnen und Nutzer zwischen den beiden Zeitschichten 1939-1945 und 1947-1952 wählen.
So kann Raum für Raum nachvollzogen werden, wie die Räume einmal aussahen und sich veränderten. Ergänzt wird das Format durch eingesprochene Audiospuren ehemaliger Lagerinsassen oder Bewohnender. Fotos des Gebäudes runden das Angebot ab. Besonderes Highlight ist eine Station außen vor dem Gebäude. Dort werden die ehemaligen Lagergebäude und der Lagerzaun durch Strichzeichnungen in das aktuelle 360°-Bild eingeblendet. Dadurch werden die ehemaligen Dimensionen des Lagers sichtbar.
Weitere Materialien ergänzen diesen Rundgang und machen das Tablet zum digitalen Vermittlungstool für pädagogische Programme. So finden sich neben einem Einführungsfilm auch Informationen, Fotos und Zitate zu den Gebäuden des ehemaligen Konzentrationslagers und ihrer Nachnutzung. Dadurch wird deren Funktion nachvollziehbar und auch die Veränderung des Geländes hin zu der heute bestehenden Wohnsiedlung, in der nur noch wenige Gebäude an das Konzentrationslager und die Nachnutzungen wie etwas das Flüchtlingslager Wewelsburg erinnern.
Das Projekt ist von der Landeszentrale für politische Bildung NRW mit 50% kofinanziert worden. Die Projektleitung hatten Kirsten John-Stucke und Dr. Erik Beck inne. Die technische Umsetzung geschah durch die Zusammenarbeit mit der Grafikagentur oblik GmbH und der Gruppe für Gestaltung (beide Bremen) sowie die Programmierung durch die gemelo GmbH (Hamburg) und AV Mediacom (Enger).
Jeden 3. Samstag im Monat ist der GeDenkOrt von 14 – 17 Uhr für Einzelbesuchende geöffnet. Der Besuch ist ab 15 Jahren geeignet und kostenfrei. Die Tablets können gegen ein Pfand ausgeliehen werden.
Foto oben: Landrat Christoph Rüther (v.l.) bekommt das neue Vermittlungsangebot vorgeführt. Mit dabei vom Kreismuseum Wewelsburg Kirsten John-Stucke, Dr. Erik Beck (h.l.) und Reinhard Fromme (h.r.)
Kreismuseum Wewelsburg
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