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Ein Zeichen für Menschenrechte und Religionsfreiheit

25.06.2026

Ein Zeichen für Menschenrechte und Religionsfreiheit

In Berlin wird ein Mahnmal zur Erinnerung an die Verfolgung der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus enthüllt

Am 24. Juni 2026 wurde im Berliner Tiergarten ein neues Mahnmal eingeweiht. Es erinnert an die Tausenden Zeugen Jehovas, die angesichts der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ihre Unbeugsamkeit erwiesen. Sie weigerten sich, ihr Gewissen zu kompromittieren oder Hitlers Regime zu unterstützen, selbst um den Preis ihrer Freiheit und ihres Lebens.

Das vom Berliner Künstler Matthias Leeck entworfene Mahnmal symbolisiert Mut und Standhaftigkeit angesichts von Not und Verfolgung. Es wird an der Straße des 17. Juni errichtet, etwa 400 Meter vom Brandenburger Tor entfernt – dort, wo 1936 die Gestapo eine groß angelegte Verhaftungsaktion gegen Jehovas Zeugen durchführte.

Zeugen Jehovas wurden verfolgt, weil sie den Hitlergruß verweigerten. Sie lehnten den Militärdienst ab und traten keinen NS-Organisationen bei. Von den rund 25.000 Zeugen Jehovas in Deutschland wurden etwa 12.700 direkt oder indirekt verfolgt, rund 2.800 in Konzentrationslager deportiert. Schätzungsweise 1.130 deutsche Zeugen Jehovas verloren ihr Leben, darunter mehr als 280 Kriegsdienstverweigerer.

Schallplatten gegen das Regime: Georg Klohe – eine Spur nach Wewelsburg

Wenn in diesen Tagen bundesweit über die Erinnerung an verfolgte Gruppen im Nationalsozialismus gesprochen wird, führt eine regionale Spur direkt in den Kreis Paderborn – nach Wewelsburg. Sie trägt den Namen Georg Klohe (1894–1985).

Klohe steht für eine Form von Widerstand, die nicht laut auf Straßen stattfand, sondern über ein Medium, das heute beinahe aus der Zeit gefallen wirkt: Schallplatten. Jehovas Zeugen nutzten schon früh Tonaufnahmen in ihrem Missionswerk. Menschen wurden Aufnahmen vorgespielt, in denen auf Verfolgung hingewiesen und entschieden dagegen protestiert wurde.

Georg Klohe produzierte sogenannte „Sprechplatten“ – Schallplatten mit biblischen Vorträgen und Texten aus dem „Wachtturm“, die heimlich vervielfältigt und im gesamten Reich verbreitet wurden.

Der Preis für diese Haltung war hoch. 1936 wurde Klohe von der Gestapo verhaftet und nach zwei Jahren Gefängnishaft ins Konzentrationslager überwiesen. Fast neun Jahre verbrachte Georg Klohe in KZ-Haft – zuletzt im KZ Niederhagen (Wewelsburg). Dort wurde er am 2. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit.

Georg Klohe

In der Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945 erinnern an Georg Klohe ein Koffergrammophon aus dem Jahr 1930 mit einer von ihm besprochenen Schallplatte, Briefe an seine Familie sowie Hinweise auf seine illegalen Drucktätigkeiten in Wewelsburg.

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