07.04.2026
Erklärung des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW
Für den 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald hat die Kampagne "Kufiyas in Buchenwald" zu pro-palästinensischen Protesten im Bereich der Gedenkstätte aufgerufen. Jens-Christian Wagner, Direktor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, lehnt diesen Protest als Instrumentalisierung der Gedenkkultur klar ab. Der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW stellt sich uneingeschränkt solidarisch an die Seite Jens-Christian Wagners sowie an die der Gedenkstätte Buchenwald.
Besonders der Befreiungstag kann und darf nicht für andere politische Kontexte missbraucht werden. Die aktuellen Kriege im Nahen Osten fordern große zivile Opfer und sollen und müssen daher auch kontrovers betrachtet und diskutiert werden. Doch die Erinnerung an die Befreiung des Lagers und an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen ist hierfür ein denkbar ungeeigneter Ort. Ungeachtet der Tatsache, dass eine diverse Gruppe an Menschen im Lager Buchenwald inhaftiert und ermordet wurde, ist es unerträglich den heutigen Überlebenden gegenüber, wenn diese politische Debatte auf den Schultern der Erinnerungskultur ausgetragen wird. Ein Protest, der das Gedenken an das von ihnen erlittene Leid in einen anderen Kontext stellt, zweckentfremdet sowie für tagespolitische Botschaften instrumentalisiert, überschreitet jede Grenze des moralisch Vertretbaren.
Der Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte NRW verurteilt diesen Protest aufs Schärfste.
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