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Fotoausstellung von Jürgen Kemper eröffnet

25.08.2021

Fotoausstellung von Jürgen Kemper eröffnet

Kreismuseum Wewelsburg zeigt „Verlassene Orte – Vergessene Orte (?) in Büren“

Was bleibt von einem Ort, an dem vor einiger Zeit reges Leben herrschte, wo Menschen wohnten und arbeiteten, Züge fuhren, in Fabriken produziert wurde und vom zukünftigen Stillstand keine Spur war? Heute holt sich die Natur diese charmant-morbide wirkenden Orte zurück. Sie sind verlassen, verfallen zusehends und geraten in Vergessenheit. Die Rede ist von sogenannten „Lost Places“. Im Rahmen der Fotoausstellung „Verlassene Orte – Vergessene Orte (?) in Büren“ des Fotografen Jürgen Kemper, zeigt das Kreismuseum Wewelsburg einige dieser seit mehr als 30 Jahren verlassenen und / oder vergessenen Orte. Bis zum 24. Oktober sind 60 Bilder mit ergänzenden Texten von Jürgen Kemper im Sonderausstellungsraum ausgestellt. Der Zugang erfolgt durch die Gedenkstätte, der Eintritt ist frei. An zwei Tagen ist der Künstler auch vor Ort und steht für Rückfragen gerne zur Verfügung. Am Samstag, den 28. August von 11 bis 13 Uhr und am Sonntag, den 17. Oktober von 15 bis 17 Uhr.

Ursprünglich sollte die Fotoausstellung von Jürgen Kemper, welche in Kooperation mit dem Heimatverein Büren e.V. entstand, bereits im letzten Jahr im Rahmen des 825. Bürener Stadtjubiläums gezeigt werden, musste aber aufgrund von Lockdowns zweimal verschoben werden. „Wir hatten die Fotos gerade alle aufgehängt, da kam der Lockdown. Wir mussten das Museum sieben Monate lang schließen. Somit passte der Titel der Ausstellung ‚Verlassene Orte‘ sinnigerweise, aber ungewollt zu unserer realen Situation: Die Ausstellungsräume waren verlassen!“, freut sich Museumsleiterin Kirsten John-Stucke die Fotografien nun endlich zu Öffentlichkeit zeigen zu können.

Die Idee zu der Fotoausstellung hatte Kemper schon lange im Kopf. Spätestens, als viele markante Bauwerke in Büren und seinen Ortschaften leer standen oder abgerissen wurden, nahm die Idee konkrete Form an. Er begann in den letzten Jahren gezielt so genannte „lost places“ in Büren und den Ortsteilen in der Umgebung zu fotografieren. Allerdings hat er nicht alle wichtigen „lost places“ ablichten und in die Ausstellung einbeziehen können, da er erst seit 1981 in Büren wohnhaft ist und erst seit 2004 wieder intensiv fotografiert. Besonders interessiert haben Kemper die Entwicklung der Almetalbahn. und der militärischen Anlage der NATO im Waldgebiet Stöckerbusch zumal sich um letztere etliche Legenden rankten und ranken, was die Lagerung atomarer Sprengköpfe dort anbelangt.

Auch die Geschichte des Bürener Krankenhaus-Gebäudes im Leerstand hat der Fotograf festgehalten. Eine weitere mystische Anlage verbirgt sich mit der Muna im Ringelsteiner Wald. Besonders die beiden Backsteinviadukte findet Kemper fotografisch interessant. Auch die am Ortseingang Büren befindliche ehemalige PAM-Tankstelle geriet in seinen Focus. Der laufende Verfall war stetig zu beobachten und ergab durchaus interessante Fotomotive.

Weiterhin gelang es Kemper noch, Fotos vom legendären „Kasten“ dem Internat Moritz von Büren zu machen, der ganze Generationen von Internatsschülern des Mauritiusgymnasiums beherbergt hatte, bevor er abgerissen wurde. Die Firma Heinrich Spahn GmbH und Co. KG, bekannt über Büren hinaus als Produzent hochwertiger Stühle, Tische und Gastronomiemöbel, war noch in Betrieb und einer der wichtigsten Arbeitgeber, als der Fotograf nach Büren zog. Die Insolvenz 2004, der Verfall der Produktionshallen, der Wiederaufbau einer Nachfolge-Firma der Adform Spahn AG, die heute als Spahn GmbH wieder im alten Produktionssegment tätig ist, und die Errichtung des Handwerkerparks auf dem Gelände ist eine lange und spannende Geschichte, die das ein oder andere Foto in der Ausstellung verdient hat. Die Ausstellung zeigt noch viele weitere „lost places“ in und um Büren. Die Art der künstlerischen Bearbeitung erscheint dem Fotografen passend für die verlassenen und oft vergessenen Orte und ihre Geschichte zu sein. Im Anschluss an die Ausstellung will Fotograf Kemper die Bilder an den Heimatverein Büren übergeben. „Diese Fotoausstellung im Kreismuseum Wewelsburg im Jahr nach dem Jubiläumsjahr ‚825 Büren‘ ist eine Ergänzung zur Geschichte Bürens und dem Stadtjubiläum und verdankt seine Realisierung dem Heimatverein Büren und dem Kreismuseum“, so Kemper.

Bild: v.l.n.r.: Fotograf Jürgen Kemper, Reinhold von Rüden und Hans-Josef Dören vom Heimatverein Büren e.V., Museumsleiterin Kirsten John-Stucke und Christopher Horstmann vom Kreismuseum.
Foto: Kreismuseum Wewelsburg

Übergang 4

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33142 Büren-Wewelsburg
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