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GEWALT, GIER UND GNADE von Jakob Saß

05.06.2019

Erste Biografie über den NS-Massenmörder Adolf Haas erschienen

Der KZ-Kommandant Adolf Haas und sein Weg nach Wewelsburg und Bergen-Belsen
- in Siegen geboren, in Hachenburg aufgewachsen
- Lagerleiter im KZ Niederhagen/Wewelsburg (bei Paderborn) und Bergen-Belsen (Lüneburger Heide)
- bedeutender Beitrag zur NS-Täterforschung

Dem erfolglosen Bäcker Adolf Haas (1893-1945?) aus Hachenburg (Westerwald) bot die SS alles, was er wollte: Karriere, Macht, Wohlstand und Affären. Dafür war er zu allem bereit, auch zum Massenmord. Trotz geringer Bildung stieg Adolf Haas seit 1932 rasch in Himmlers erträumter „Elitetruppe” auf. Gewaltbereitschaft und Gehorsam ebneten ihm den Weg von der ländlichen SS im Westerwald bis zu den Terrorstätten des Nazi-Regimes. Als KZ-Kommandant von Niederhagen/Wewelsburg bei Paderborn (1940–1943) und Bergen-Belsen in der Lüneburger Heide (1943–1944) scherte er sich kaum um Hygiene oder die Versorgung der Häftlinge, umso mehr um seine eigenen Vorteile. Während er Tausende sterben ließ, verschonte er einige wenige, solange sie für ihn malten, Kunsthandwerk fertigten oder musizierten – ein Zeuge Jehovas und ein Jude wurden zu seinen Lieblingskünstlern. Was war Haas für ein Mensch? Ein ganz normaler Nazi? Der Berliner Historiker Jakob Saß liefert nun nach Jahren der Forschung die erste umfangreiche Biografie über Adolf Haas. Er blickt hinter die Fassade des Massenmörders, der kurz vor Kriegsende spurlos verschwand und den bundesdeutsche Behörden jahrzehntelang nicht finden konnten – oder wollten.

Auch heute bleibt die Täterforschung wichtig. Mit Veröffentlichung des Buches ernteten Autor und Verlag in den sozialen Medien einen Shitstorm auf www.facebook.com/vergangenheitsverlag: Die NS-Geschichte solle „man so langsam mal ruhen lassen“, lieber mal die Verbrechen der USA und der Israelis benennen. Autor Jakob Saß: „Gerade in der heutigen Zeit, in der die Demokratie bedroht wird und Rechtspopulisten offen die NS-Geschichte relativieren, ist ein solches Buch notwendiger denn je. Die Frage, warum Menschen zu Tätern werden, ist immer noch aktuell.“

„Ein wichtiges Buch über einen vergessenen KZ-Kommandanten. Flüssig geschrieben und glänzend recherchiert, erzählt es die Geschichte der steilen Karriere von Adolf Haas, vom Bäcker zum ersten Kommandanten von Bergen-Belsen. Ein bedeutender Beitrag zur NS-Täterforschung“, so Prof. Dr. Nikolaus Wachsmann, Autor des Standardwerks „KL. Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager”.

Mit Vorworten von Kirsten John-Stucke, Leiterin des Kreismuseums Wewelsburg, und Dr. Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Umfang: 292 S. | Format: 15x21,5 cm | ISBN: 978-3-86408-246-7 | Preis: 19,99 Euro

Zum Autor: Jakob Saß, geboren 1990, Zeithistoriker aus Berlin, studierte Literaturwissenschaft, Geschichte und Public History. Bei seinen Forschungen zum Holocaust hat er sich sowohl mit den Schicksalen jüdischer Opfer als auch mit den Motiven und Verbrechen der Täter beschäftigt. Zurzeit arbeitet er am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und schreibt als freier Autor für verschiedene Medien.

Gewalt, Gier und Gnade
Übergang 4

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Burgwall 19
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