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26.01.2019 Sa | 19.00 Uhr

Schlachter-Tango

Doku-Drama mit Michael Grunert - Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Schlachter-Tango

Wenn ich mir was wünschen dürfte, möchte ich etwas glücklich sein…

Ludwig Meyer wurde 1903 als Sohn eines jüdischen Schlachtereibesitzers in Bielefeld geboren.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Bielefeld. Er machte eine Lehre als Kaufmann und arbeitete dann in ver­schiedenen deutschen Städten, bis er 1933 den väterlichen Betrieb übernahm.

Während des Nationalsozialismus wurde er mehrmals wegen seiner Homosexualität verhaftet.

Er verbrachte 6 ½ Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern.

1945 kehrte er nach Bielefeld zurück.

Die folgenden Jahre waren geprägt von seinem Kampf um die Anerkennung als Verfolgter des Naziregimes und die damit ver­bundenen Wiedergutmachungszahlungen.
1953 ging er nach Hannover und eröffnete eine Schwulenbar, das Wielandseck.

In den 60er Jahren zog es ihn nach Hamburg.

Dort wurde er 1975 in seiner Wohnung erschlagen aufgefunden.

Der Schauspieler Michael Grunert fand 2000 in der Bielefelder Wochenzeitung einen Artikel, der ihn seitdem nicht mehr losließ. Der Artikel trug die Überschrift ,,Ludwig Meyer - homosexuell und Jude". In Grunert reifte der Gedanke, die packende Lebensgeschichte des Ludwig Meyer auf die Bühne zu bringen, und diesen Gedanken setzte er im Jahr 2010 in die Tat um. Es entstand das Stück „Schlachter-Tango".

In alptraumhaften und grotesken Bildern, mit dokumentarischen Texten, aber auch in Geschichten, die den Zeitgeist jener Jahre widerspiegeln, entstand das Bild eines Mannes, der sich seine Identität und Menschenwürde nicht nehmen lässt.

Michael Grunert ist seit 1986 Mitglied des Theaterla­bors. Er war in dieser Zeit an nahezu allen Projekten und Produktionen des Ensembles als Schauspieler beteiligt. Seit 2005 kommen verschiedene Regiear­beiten hinzu. Tourneen führten ihn mit dem Team durch Deutschland, ins europäische Ausland und nach Kanada. Seine Ausbildung zum Schauspieler machte Michael Grunert im Theater Die Bacchanten Köln unter der Leitung von Gaetano Cartolaro in den Jahren 1979 bis 1983.
Der Schlachter - Tango ist sein erstes Solo.

Eine Kooperationsveranstaltung vom Kreismuseum Wewelsburg und dem „Gedenktag 2. April in Wewelsburg – Verein wider das Vergessen und für Demokratie e.V.“.

Im Burgsaal der Wewelsburg
Eintritt:  5 €, ermäßigt 3 €, kostenlos für Inhaber einer Jahreskarte
Kartenreservierung unter 02955 7622-0


Hintergrund:
Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee befreit. Beim Eintreffen fand sie noch rund 5.800 entkräftete und kranke Häftlinge vor. Seit 2005 wird am Jahrestag der Befreiung nicht nur der Opfer in Auschwitz, sondern aller Opfer des Nationalsozialismus gedacht: Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Menschen mit Behinderungen und anderen Menschen, die aus politischen oder rassenideologischen Gründen, wegen ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung verfolgt wurden. Ausgerufen durch die Vereinten Nationen ist es der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Schlachter Tango
Übergang 4

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