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Streitkulturen – Herren, Hexen und Halunken im Hochstift Paderborn

28.01.2019

Streitkulturen – Herren, Hexen und Halunken im Hochstift Paderborn

Das Projekt wird im Rahmen der LEADER Aktionsgruppe „Südliches Paderborner Land“ EU-gefördert.

Zahlreiche Stätten der Rechtsgeschichte prägen im südlichen Paderborner Land und im angrenzenden Hochsauerlandkreis die Kulturlandschaft und ihre Geschichte. Nun schließen sich sieben dieser Orte bzw. deren Betreiber zu einem Netzwerk „Streitkulturen – Herren, Hexen und Halunken im Hochstift Paderborn“ zusammen, um dieses besondere Markenzeichen der Region stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Erste gemeinsame Veranstaltung ist eine geführte Bus-Exkursion zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten, an denen sich „Streitkultur“ auf unterschiedliche Weise nachvollziehen lässt. Eine Broschüre zum Selbsterkunden des Themas wird folgen. Das Netzwerk „Streitkulturen“ wird durch das EU-Förderprogramm „LEADER“ unterstützt.

Die Ausgangssituation
Im Südlichen Paderborner Land und den angrenzenden Gebieten existiert eine bedeutende Vielzahl interessanter, sehenswerter Denkmäler zur Rechtsgeschichte und Streitkultur aus Mittelalter und Früher Neuzeit. Teilweise sind sie Bestandteil musealer Einrichtungen, wie der so genannte „Hexenkeller“ im Kreismuseum Wewelsburg oder das „Alte Patrimonialgericht“ in Bad Wünnenberg-Fürstenberg, teilweise handelt es sich um wenig bekannte Landmarken oder Sehenswürdigkeiten in Ortschaften, z. B. einstige Hinrichtungsplätze bei Fürstenberg oder der Schandpfahl in Obermarsberg. In jedem Falle sind diese Orte prägende Bestandteile der Kulturlandschaft, vermitteln spannende Geschichte(n) und besitzen touristisches Potential. Auf der anderen Seite sind die einzelnen Einrichtungen bisher allenfalls „Einzelkämpfer“, wenn es um ihre Publizität geht.

Die Zielsetzung
Ziel des Projekts „Streitkulturen – Herren, Hexen und Halunken im Hochstift Paderborn“ ist es, die verschiedenen Stätten der Rechtsgeschichte durch eine gemeinsame und dadurch effektivere Öffentlichkeitsarbeit stärker publik zu machen und zu einer historisch fundierten, spannenden touristischen „Marke“ zu entwickeln. Zugleich kann dadurch ein Beitrag geliefert werden, welches Verständnis von Recht, Rechtssetzung und Rechtsaushandlung unsere Vorfahren besaßen. Nicht angestrebt ist eine umfassende Aufarbeitung der Rechtsgeschichte der Region. Zielgruppen sind an der Region und ihrer Geschichte Interessierte, Touristen, Familien und Jugendliche, die auf Dauer über museumspädagogische Aktionen für das Themenfeld „Recht, Gerechtigkeit, Streit, Ausgrenzung…“ gewonnen werden sollen.

Die Projektpartner („P“) und die Attraktionen
Förderverein Kreismuseum Wewelsburg e. V. (P)
Bad Wünnenberg-Fürstenberg, Historisches Fürstenberg gemeinnützige GmbH (P): Altes Patrimonialgericht Fürstenberg
Büren, Stadt (P): ehemaliges Jesuitenkolleg als Stätte des Land- und Stadtgerichts Büren
Büren-Harth: Ruine Ringelstein als ehemalige Gerichtsstätte und Gefängnis (Hexenprozesse)
Büren-Wewelsburg, Kreismuseum Wewelsburg (P): „Hexenkeller“ mit Verlies
Lichtenau, Stadt (P): Burg (mittelalterlicher Wohnturm) als ehemalige Gerichtsstätte
Lichtenau-Dalheim: Kloster
Lichtenau-Husen: ehemaliger Freistuhl bei der Wüstung Amerongen
Marsberg, Stadt (P): Schandpfahl, altes Rathaus mit ehemaligem Verlies, Buttenturm, Heimatmuseum mit Gedenkstätte zur Hexenverfolgung, Galgenberg
Marsberg-Padberg, Ring Padberg e. V. (P): Ruine „Neue Burg“ und „Kreuzberg“ (Orte ehemaliger Gerichtsbarkeit), Synagoge und jüdischer Friedhof (Sondergerichtsbarkeit für Juden)

Der Name
Die Projektpartner entwickelten in einem längeren Prozess den Namen „Streitkulturen – Herren, Hexen und Halunken im Hochstift Paderborn“ für ihr gemeinsames Vorhaben. Im Begriff „Streitkulturen“ wird die praktische, an konkreten, spannenden Beispielen von Orten und Personen des Paderborner Landes nachvollziehbare Seite einstiger juristischer Auseinandersetzungen betont, die das Projekt vermitteln und dadurch attraktiv machen soll. Zugleich wird mit dem Begriff „Streitkulturen“ eine Brücke in die Erfahrungswelt der Gegenwart geschlagen. Unter dem zugkräftigen Untertitel „Herren, Hexen und Halunken“ werden wesentliche Personengruppen benannt, die in früheren Zeiten an Auseinandersetzungen, Rechtsprechung, Urteilen und Bestrafungen auch in dieser Region beteiligt waren. Dadurch wird die Rechtsgeschichte personalisiert, biografische Komponenten sollen Besucherinnen und Besucher fesseln. Insbesondere die Verfolgung so genannter „Hexen“ steht für diesen Ansatz, erfordert aber auch eine besonders fundierte, verantwortungsbewusste Aufbereitung des Themas, zumal gerade hier der Erklärungsbedarf groß ist. Daher erfolgt die Ausarbeitung der entsprechenden Materialien auch durch zwei Wissenschaftler. Möglichst jedem Ort sollen biografische Komponenten zugeordnet werden. Der behandelte Zeitraum wird das Mittelalter und die Frühe Neuzeit (bis zum Ende des Hochstifts Paderborn) mit Ausblicken in die erste Hälfte des 19. Jahrhundert umfassen.

Die nächsten Aktivitäten
Broschüre: Sie soll als fundierter, inhaltsreicher, aber praktischer „Taschen-Exkursionsführer“ im Umfang von ca. 96 Seiten gestaltet werden. Neben der Einführung in das Thema, Karten und touristischen Hinweisen werden alle am Projekt beteiligten Orte mit ihren jeweiligen Stätten zur „Streitkultur“ vorgestellt. Dabei werden aber nicht nur die Orte erklärt, sondern jedem der Orte das dazu passende übergeordnete Thema zur Rechtsgeschichte beigegeben, das zum Verständnis der Thematik wichtig ist. So wird beim Kapitel über den „Hexenkeller“ in Wewelsburg das Thema „Peinliches Verhör und Folter“ aufgegriffen, beim Schandpfahl in Marsberg wird die Rolle der „Stadtgerichte“ behandelt. Sämtliche Orte werden je nach Thema auf drei Überkapitel verteilt, die den Projekttitel „Herren, Hexen und Halunken“ widerspiegeln. Dadurch lassen sich auch drei spannende Touren unter dem jeweiligen Begriff gestalten.

Exkursion: Am Samstag, 18. Mai, wird eine geführte ganztägige Bus-Exkursion eine erste Gruppe von Stätten der Streitkultur besuchen und unterwegs fundierte Informationen bieten. Los geht es um 9 Uhr in Wewelsburg am Besucherparkplatz des Kreismuseums. Erste Station ist das Museum im Alten Patrimonialgericht in Fürstenberg, dann geht es zum Mittagessen nach Helminghausen am Diemelsee. Im Anschluss finden eine Führung durch die Synagoge und Vorträge zur Geschichte der Juden von Padberg statt. Den Abschluss der Exkursion bildet eine Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Aus zwei Quellen“ – Vom Leben und Wirken Jakob Loewenbergs (1856-1929)“, die Veranstaltung endet voraussichtlich um 17 Uhr. Die Teilnahme an der Exkursion wird bis auf das Mittagessen kostenlos sein, Anmeldung bis spätestens 15.5. beim Kreismuseum Wewelsburg unter 02955 7622-0.

Die Förderung und der Zeitrahmen
Das Projekt „Streitkulturen – Herren, Hexen und Halunken im Hochstift Paderborn“ wird im Rahmen der LEADER Aktionsgruppe „Südliches Paderborner Land“ als Projekt aus dem Bereich der Natur- und Kulturlandschaft EU-gefördert. Antragssteller ist der Förderverein Kreismuseum Wewelsburg e. V. Als Dauer der Realisierung ist die Zeitphase bis Dezember 2021 vorgesehen.


Foto: hinten v.l.n.r.: Andreas Weiß, stellvertretender Leiter Kreismuseum Wewelsburg; Heiner Duppelfeld, Marsberg-Westheim, Stadtmuseum Marsberg; Heinz-Josef Struckmeier, Büren, Förderverein Kreismuseum Wewelsburg e. V.; Marianne Witt-Stuhr, Büren, Leiterin Stadtmarketing; Reinhold von Rüden, Büren; Antonius Monkos, Bad Wünnenberg-Fürstenberg, Historisches Fürstenberg gemeinnützige GmbH, Betreiberin des Museums „Altes Patrimonialgericht Fürstenberg“;
Vorne v.l.n.r.: Sarah Masiak, Warstein-Belecke, Historikerin; Claudia und Thomas Linnenbrink, Marsberg-Padberg, Ring Padberg e. V.; Kreisdirektor a. D. Heinz Köhler, Paderborn, Erster Vorsitzender des Fördervereins Kreismuseum Wewelsburg e. V.; Kirsten John-Stucke, Leiterin Kreismuseum Wewelsburg; Bernd Nolte, Bad Wünnenberg-Fürstenberg, Historisches Fürstenberg gemeinnützige GmbH, Betreiberin des Museums „Altes Patrimonialgericht Fürstenberg“

Übergang 4

Anschrift

Kreismuseum Wewelsburg
Burgwall 19
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Deutschland

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