Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
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Mit zwei Themensegmenten eröffnet die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ im ehemaligen Turn- und Fechtsaal: mit einer Betrachtung des Schlüsseljahrs 1941, in dem sich mehrere höchst symptomatische überregionale und zugleich ortsrelevante Aspekte der SS-Geschichte verdichten, und einer chronologischen Übersicht der allgemeinen Entwicklung der SS sowie der Ereignisse im Dorf Wewelsburg von 1923 bis heute.
Die SS soll in ihrer Vielschichtigkeit und ausufernden Dynamik am Beispiel von Biographien, Organigrammen und Strukturüberblicken veranschaulicht werden. Wer waren die Hauptakteure? Welche Stellung hatten diese inne? Wie prägten sie die SS? Wie strukturierte sich die Schutzstaffel? Wie wurde sie zu einer der mächtigsten Organisationen im Dritten Reich?
Die Ausstellung nähert sich hier in der gesamten thematischen Breite den weltanschaulichen und mentalen Voraussetzungen der SS an. Was sich die SS zu ihrer eigenen Erbauung und Selbstaufwertung an schönem Schein schuf, ist nicht von der brutal ausgrenzenden Seite zu trennen. Das Selbstverständnis als rassische und politische Elite und die Dimension der Verfolgung außerhalb dieser Gemeinschaft Stehender wird immer als zusammenhängender Komplex verstanden.
Die beiden im Nordturm befindlichen Räume „Gruft“ und „Obergruppenführersaal“ sind bis 1945 unvollendet geblieben. Seriöse Erkenntnisse über ihren geplanten Verwendungszweck liegen nicht vor. Zwei zentrale Punkte der SS-Präsenz in Wewelsburg werden sichtbar: der architektonische SS-Größenwahn und der Terror gegenüber KZ-Häftlingen, die hier arbeiten mussten. Nach 1945 sind die Räume auch Gegenstand von NS-beschönigenden, kuriosen oder phantastischen Deutungen geworden.
Am Beispiel der Entwicklung des Konzentrationslagers in Wewelsburg und der Geschichte der dortigen Häftlinge wird erläutert, wie ein nationalsozialistisches Konzentrationslager funktionierte. Die Entwicklung und Organisation des KZs aus der Täterperspektive der SS-Lagerverwaltung steht dabei den Erfahrungen der Häftlinge gegenüber. Eine Darstellung der Endphase der nationalsozialistischen Konzentrationslager nimmt wiederum Bezug auf die überregionale SS-Geschichte.
Der Umgang der Wewelsburger und bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft mit der Vergangenheit steht im Mittelpunkt dieser Einheit. Dabei stehen unter anderem die Selbstwahrnehmung von SS-Männern nach 1945 sowie der Umgang der KZ-Häftlinge mit ihren Erlebnissen im Fokus. Ausgehend von der juristischen und erinnerungspolitischen Aufarbeitung des Geschehenen in der BRD soll erkannt werden, welche gesellschaftliche Strukturen, Ambitionen und Weltanschauungen Menschen zu Tätern und Opfern machten und welche Rückschlüsse dies auf das Leben jedes Einzelnen in der heutigen Gesellschaft zulässt.
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